Lars Schotte, Mudroňova 13, 92101 Piešťany, Slovakia (EU)

Immediate Release - 20. November 2019

Sarah Connor und die AfD

Ich habe also bei 3nach9 in der ARD den Song Ruiniert von Sarah Connor gehört, nun habe ich sogar auch den Text gefunden, so daß ich auf Passagen konkret eingehen kann.

Als Fan von Sarah Connor fühle ich mich aufgerufen dazu meine Ansicht zu wiedergeben.

Gleich am Anfang thematisiert dieses Lied Kriege in der Welt und nennt in einem Stück dazu die AfD-Idioten.

Dabei wird nicht bedacht, daß die AfD nicht Teil einer Regierung war und nicht dafür verantwortlich gemacht werden kann, daß in der Vergangenheit die Bundesregierungen sich an illegalen Kriegen beteiligt haben und in Krisengebiete Waffenlieferungen abgesegnet haben.

Es kann sein, daß nun, daher die AfD im Bundestag vertreten ist, die AfD als ganze Partei oder einzelne Mitglieder der AfD für solche Sachen zustimmend abgestimmt haben, aber auch da könnte man der AfD nicht allein die Schuld geben, denn die AfD ist nicht so zahlreich vertreten im Bundestag, daß es mit diesen Stimmen reichen würde irgendwelche kriegerischen oder Krieg unterstützenden Maßnahmen durchzubringen.

Daher trägt die AfD im schlimmsten Fall eine Mitschuld an den neueren Entwicklungen, nicht aber die alleinige Schuld an neueren Entwicklungen und überhaupt keine Schuld an weiter in der Vergangenheit liegenden Entwicklungen.

Weiter geht es um unsere Sozialpolitik. Auch hier hat zwar die AfD eine Neoliberale Einstellung und stammt ideologisch aus der Bewegung der neuen sozialen Marktwirtschaft, die in sogenannten alt-Parteien vertreten ist. Daher müßte man auch hier vor allem die alt-Parteien kritisieren und auch da vor allem die Agenda2010, die in einer Zeit implementiert worden ist, als die AfD noch nicht existiert hat.

Auch hier kann man also die AfD nur dafür verantwortlich machen, daß diese an alten neoliberalen Rezepten festhalten will, so wie die alten Parteien und somit nichts neues in die Politik mitgebracht hat.

Die Medien setzen das Lied in den Kontext der Wahl in Thüringen. Das ist hier an der Kritik gemessen sachlich komplett falsch, denn hier hat die AfD ihren Wahlerfolg nicht nur aufgrund der Protestwähler, sondern angeblich auch wegen der Thematisierung der Zustände nach der Wiedervereinigung.

Auch wenn das Kaffeesatzleserei seitens der Medien ist, wenn man sagt, daß das eine entscheidende Rolle bei der Wahlentscheidung gespielt hat, weil man keinem Wähler in den Kopf sehen kann, wieso er oder sie die Entscheidung AfD zu wählen getroffen hat.

Hier muß man also entscheidend gegen den Text des Liedes zugeben, daß die Thematisierung der Zustände nach der Wiedervereinigung eine sozialere Politik ist, als die Politik anderer Parteien, die dieses Thema absolut ausblenden. Man kann also hier der AfD nur vorwerfen, daß die AfD keine Lösungen vorschlägt und die Thematisierung nur der Popularisierung der AfD dienen sollte um damit Stimmen zu gewinnen.

Man kann hier also der AfD den Mißbrauch einer sozialen Problematik zur leichten Gewinnung an Stimmen vorwerfen, nicht aber einen unsozialen oder unmenschlichen Umgang, daher die anderen Parteien der ostdeutschen Bevölkerung nicht einmal das Gehör verschaffen.

Im Refrain geht es darum, daß wir als Menschheit mehr Liebe brauchen und die Manipulation der Gehirne wird angemahnt.

Für die Einschränkung der Vielfalt in den Medien ist die AfD auch nicht verantwortlich zu machen, im Gegenteil ist hier die AfD die Partei, der es offensichtlich an dem freien Meinungsaustausch, also den im Grundgesetz geschriebenen Grundrechten der freien Meinungsäußerung, liegt.

Daß die Meinungen der AfD Vertreter nicht immer humanistisch sind oder populär, das ist Teil der demokratischen Ordnung und eine Einschränkung dieser wäre Verfassungswidrig.

Ein Ausstoß einer Person wegen einer unpopulären Meinung aus der Gesellschaft kann man auch nicht als Liebe bezeichnen. Vielmehr sollte die Leute in der Gesellschaft interessieren, welche Gründe es wohl geben könnte eine solche Meinung zu vertreten, ob es sich hier nicht um ein traumatisches Erlebnis handelt oder ähnliches. Man sollte die Gründe einer extremen Meinung aus dem Weg zu räumen versuchen oder die traumatische Erfahrung versuchen zu heilen. Dieses Vorgehen verträgt sich aber nicht mit Ausschluß und Beleidigungen.

Inhaltlich von der groben Richtung her stimme ich dem Liedtext zu, aber detailliert betrachtet setzt dieses Lied falsche Anreize. Man kann in der heutigen politisch aufgeladenen Stimmung nicht von Leuten erwarten, daß die den Sinn des Liedes verstehen und dabei die Details außer Acht setzen.

Ich habe öfters solche Erfahrungen im engsten Kreis gemacht, obwohl man da erwarten könnte, daß die Leute einen kennen und daher sich denken können, was konkret gemeint worden ist. Jedoch bei einer Bevölkerung von Deutschland, die sich noch aus mehreren Ethnien zusammensetzt, bei der sich eine ethnische Gruppe mehr angesprochen fühlt als die andere, wird man davon ausgehen müssen, daß diese es als Provokation wahrnimmt.

Ginge es hier um eine ethnische Gruppe außerhalb der deutschen Volksgemeinschaft oder sogar um eine ethnische Gruppe, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt worden ist, hätte ein solcher Text öffentliche Ächtung erfahren.

Trotzdem bin ich aber hier voll bei Sarah Connor, denn die Welt braucht mehr Liebe und weniger Kriege. Soviel steht fest. Allerdings braucht es dafür eine andere Politik und die AfD ist hier keine Alternative, daher diese Partei keine andere Politik anbietet, sondern noch mehr von alten Rezepten, so wie Trump in den USA.

Doch Kinder als Alternative ist auch nicht einfach, denn Kinder nehmen die falschen Vorbilder aus der derzeitigen Gesellschaft. Wir sehen das an den politischen Jugendorganisationen der alt-Parteien, wie die Junge Union oder den Jusos. Aus diesen Organisationen sind die Politiker der schlimmsten Art entwachsen, die sich heute unter die schlimmsten Reformen des Sozialstaates unterschrieben haben.

Ohne eine Veränderung der Politik und der Gesellschaft werden wir auch keinen besseren Nachwuchs produzieren können und leider geht auch hier die Tendenz in die falsche Richtung.

Einer der erklärten Kritiker, des heute absolut unpassenden Schulsystems, saß in der Sendung gleich dabei, Richard David Precht. Eine Unterhaltung über dieses Thema wäre da sicher interessant.

Nur auf die Frage wer für die Gehirnwäsche verantwortlich zu machen ist, ist leicht zu beantworten und wurde in mehreren Kabarett Sendungen aufgezeigt. Vor allem Volker Pispers ist hier zu erwähnen, der auf eine sehr leicht verdauende Weise die Eigentümerstruktur der deutschen Medien skizziert hat.